Gemeinsam Erinnern. Das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität
„Das Gedächtnis trennt, aber die Geschichte eint.“[1]SM0 37-127
Mit dem Ende der Ost-West-Konfrontation, der Integration Europas und der Erweiterung der Europäischen Union haben sich der internationale Austausch und die Kommunikation zwischen den Menschen und den Staaten in einem früher kaum denkbaren Ausmaß verdichtet – auf sämtlichen Ebenen der Wirtschaft, der Kultur, der Wissenschaft und der Politik. Auch auf dem Gebiet der historischen Wissenschaften waren die Möglichkeiten zur Kooperation mit Partnern im östlichen Europa nie so vielfältig, die Kontakte unter den Wissenschaftlern in Ost und West nie so intensiv wie heute. Wesentlich dazu beigetragen haben der EU-Beitritt ostmitteleuropäischer Staaten in den Jahren 2004 und 2007 sowie die Beseitigung der meisten Binnengrenzen innerhalb der EU. Die Kulturförderung der Europäischen Union, die gezielt dem durch multilaterale Kooperationen entstehenden sog. „Europäischen Mehrwert“ verpflichtet ist, hat daran einen nicht unerheblichen Anteil.
Krzysztof Pomian, ein guter Kenner ‚Europas und seiner Nationen‘[2] und wissenschaftlicher Direktor des in Vorbereitung befindlichen Musée de l’Europe in Brüssel, befasste sich in einer jüngst in mehreren Sprachen erschienenen Analyse mit dem Problem der „Europäischen Identität“, dem über die Kommunikation und Kooperation hinausgreifenden Selbst-Bewusstsein der Europäer: Über Jahrhunderte seien die Völker Europas durch die christlich-jüdische Tradition, durch die ineinandergreifende, interferierende Geschichte, durch die Schrift, das Rechtswesen, durch zahlreiche Merkmale der Kunst, Architektur und eine Reihe weiterer übergreifender kultureller Bezugspunkte und schließlich vor allem durch die „Geburt Europas aus dem Geiste der Aufklärung“ gemeinsam geprägt worden. Dennoch würden sich die europäischen Nationen schwer damit tun, eine gemeinsame Identität zu entwickeln, vielmehr bleibe das Denken und Handeln in nationalen Kategorien und Bezugsgrößen noch immer vorherrschend. Deshalb sei die europäische Identität zwar „eine historische Tatsache“, sie erweise sich aber zugleich auch „mehr und mehr als ein politisches Problem“.[3]
Tatsächlich ist zu beobachten, dass – trotz der eingangs skizzierten positiven Entwicklungen – ein europäisches „Wir-Gefühl“ (noch) nicht entstanden ist, dass sich ein gemeinsames Geschichtsverständnis, eine europäische Identität noch kaum ausgeprägt haben. Das Denken der Menschen bewegt sich allermeist in den gewohnten nationalen Mustern; das Geschichtsbewusstsein, wie es sich in den öffentlichen Debatten niederschlägt und die historisch reflektierenden Diskussionen, wie sie in den Medien geführt werden, sind überwiegend auf nationale Horizonte fixiert. „Europa“ ist zwar in aller Munde, dennoch gilt weiterhin der „Primat des nationalen Bezugsrahmens“ und die „Zweitrangigkeit des europäischen Gedächtnisses gegenüber dem nationalen Gedächtnis“.[4]
Für die Entstehung eines europäischen Bewusstseins ist der Umgang mit der Vergangenheit, die Frage, ob Geschichte gemeinsam erinnert werden kann, von zentraler Bedeutung. Dies gilt umso mehr, als mit der Erweiterung der Europäischen Union auch die belastete Vergangenheit dieses Kontinents in das öffentliche Bewusstsein mit überraschender Wirkungsmacht ‚zurückgekehrt‘ ist. Selten war die Geschichte des 20. Jahrhunderts im politischen und gesellschaftlichen Diskurs so präsent wie heute – gegenwärtig wird wohl kaum mehr jemand fordern, einen endgültigen „Schlussstrich“ unter die Vergangenheit und die Aufarbeitung der in diesem Jahrhundert begangenen Untaten zu ziehen. Im Gegenteil: Über sechs Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und über zwei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Europa stehen die Probleme der Auseinandersetzung mit der Geschichte, des Erinnerns und des Gedenkens erneut auf der Tagesordnung.
Deutschland und die anderen europäischen Nationen haben mit erweitertem Blickwinkel neu damit begonnen, sich mit ihrer jeweils eigenen wie mit der europäischen Geschichte insgesamt zu befassen. Die Staaten Europas überprüfen ihre tradierten Geschichtsbilder, setzen sich mit ihren nationalen Erinnerungen auseinander und suchen zugleich nach gemeinsamen historischen Bezügen, nach einer gemeinsamen, transnationalen Erinnerungskultur. Der Erfolg des von dem französischen Historiker Pierre Nora entwickelten und modellhaft an Frankreich erprobten Konzeptes der „Lieux de mémoire“ – der „Erinnerungsorte“ im materiellen und im übertragenen Sinn – ist ein Anzeichen für dieses neue Interesse an der Geschichte und an den tradierten Bildern dieser Geschichte: In Umsetzung des „Lieux de mémoire“-Konzeptes von Nora wurden Werke auch über die Erinnerungsorte in Deutschland, Italien, den Niederlanden und zahlreichen weiteren Ländern verfasst,[5] und das Konzept der „Erinnerungsorte“ wird neuerdings im Rahmen eines großen deutsch-polnischen Kooperationsprojekts auch im bilateralen Rahmen angewendet.[6]
Die Erinnerungs- und Gedächtnisthematik ist – über den wissenschaftlichen Raum hinaus – derzeit hochaktuell:[7] Die uns fast täglich begleitenden Diskussionen über neu zu errichtende Erinnerungsstätten und -einrichtungen, über Mahnmale für einzelne Opfergruppen oder über historisch ausgerichtete Museen, die an das Schicksal bestimmter Gruppen oder an einzelne Ereignisse erinnern sollen, sind weitere Symptome dafür: Bereits 1990 wurde das „Institut für die Geschichte der Ungarischen Revolution von 1956“ in Budapest eröffnet, es folgten weitere Gründungen in Warschau, Bratislava, Prag und Bukarest, die sich der kommunistischen Vergangenheit und des Widerstands gegen diese Art der Unterdrückung widmen, 2001 wurde das „Jüdische Museum“ in Berlin, 2004 das „Museum des Warschauer Aufstandes“ eröffnet, 2005 das Holocaust-Mahnmal in Berlin fertiggestellt, 2006 wurden in Tiflis und in Kiew je ein „Museum der sowjetischen Besatzung“ eröffnet, 2007 wurde mit den Planungen des „Museums des Zweiten Weltkriegs“ begonnen, das in Danzig entstehen soll, 2008 hat die Errichtung des Mahnmals für die während der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma in Berlin ihren Anfang genommen, 2008 wurde in Prag das „Institut für die Erforschung totalitärer Regime“ gegründet, 2009 in Bukarest das zentrale Mahnmal an den Holocoust in Rumänien aufgrund von Entwürfen des siebenbürgisch-deutschen Künstlers Peter Jacobi errichtet, 2009 die Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ zur Ächtung von Vertreibungen weltweit – mit einem Akzent auf dem Schicksal der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen – ins Leben gerufen. All diese Initiativen können als Anzeichen eines ‚neuen Geschichtsbewusstseins’ betrachtet werden. Nicht zuletzt soll das erwähnte „Musée de l’Europe“ in Brüssel, bei dem die Geschichte der europäischen Integration seit 1945 im Mittelpunkt stehen wird, zu einem zentralen Ort europäischer Selbstvergewisserung ausgestaltet werden. Leicht ließen sich weitere Beispiele aus zahlreichen Ländern hinzufügen.
Etienne François, Mitherausgeber der dreibändigen Präsentation Deutscher Erinnerungsorte, spricht generell von einer „Aufwertung der Erinnerung“ und einer „Konjunktur des Gedächtnisses als gesamteuropäische Erscheinung“,[8] weist aber auch mit Recht darauf hin, dass sich diese Erinnerung keineswegs auf die Vergangenheit insgesamt erstrecke. Tatsächlich sind gerade die früheren Jahrhunderte, in denen sich die gemeinsamen Werte und die Nationen übergreifenden kulturellen Bezüge in Europa herausgebildet haben, im gegenwärtigen Geschichtsdiskurs weniger präsent. Das neue Geschichtsbewusstsein bezieht sich vielmehr in besonderer Weise auf die schmerzliche jüngste Vergangenheit, besonders auf das „kurze“ 20. Jahrhundert. Dieses Geschichtsbewusstsein wirkt daher mehr trennend als identitätsstiftend, denn die in diesem Jahrhundert in einer bis dahin nicht gekannten Dimension verübten Verbrechen haben die Kontinuität der Geschichte und der Erinnerung unterbrochen. Ohne dieses 20. Jahrhundert verdrängen zu wollen, sollte heute, 20 Jahre nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation, doch wieder stärker an die geistig-kulturellen Grundlagen Europas angeknüpft werden.
Welches sind nun konkret die Ereignisse des 20. Jahrhunderts, die in der Erinnerung der Völker Europas Brüche und Wunden hinterlassen und zu einer Vielzahl unterschiedlicher Geschichtsbilder auf diesem Kontinent geführt haben? Den ersten Zivilisationsbruch bildete der Erste Weltkrieg, der in Europa (und weltweit) dem Vormarsch totalitärer Ideologien den Weg geebnet hat und die Entfremdung vom „Europa unserer Vorfahren“[9] (Pomian) markiert. Das Unheil, das danach im 20. Jahrhundert angerichtet wurde, steht mittelbar oder unmittelbar in Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg: die „ethnischen Säuberungen“ (Vertreibungs-, Verfolgungs- und Vernichtungsaktionen von Menschen) im Umfeld des Ersten Weltkriegs; der vom nationalsozialistischen Deutschland im östlichen Europa als Vernichtungskrieg gegen Menschen geführte Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistischen Besatzungsregime, die besonders im östlichen Europa zu einer Zerstörung von ganzen Kulturlandschaften führte; die ungeheuren Kriegsschäden insgesamt; die Verfolgung der Juden und der Holocaust; Flucht, Vertreibungen und weitere Zwangsmigrationen während und am Ende des Zweiten Weltkriegs; die unter Stalin begangenen genozidalen Verbrechen; die von der Sowjetunion gesteuerten Besatzungsregime der ost- und ostmitteleuropäischen Staaten, der Gulag. „Auschwitz“ und „der Gulag“ stehen für das Grauen dieser Zeit; die Staaten des östlichen Europa bildeten im Zeitraum zwischen 1933 und 1944 Schauplatz der nationalsozialistischen und sowjetischen Politik des Terrors.[10]
Die genannten Ereignisse weisen eine traurige Gemeinsamkeit auf: Sie sind alle mit monströsem Unrecht und unvorstellbarer Unmenschlichkeit verbunden. Sie brachten millionenfach ungeheures Leid über die – weitgehend an den politischen Entwicklungen völlig unbeteiligten – Menschen. Diese Fakten und besonders die immensen Opferzahlen, die viele Völker zu beklagen hatten, sind im Gedächtnis der europäischen Nationen, die sich primär an das je eigene Schicksal erinnern, in höchst unterschiedlicher Weise präsent. Nicht selten steht die Erinnerung der einen in Konkurrenz oder gar im Widerspruch zur Erinnerung einer anderen Nation. Schließlich entfaltete die nach dem Zweiten Weltkrieg über vier Jahrzehnte dauernde politische Teilung Europas in Ost und West, in autoritäre/totalitäre und demokratische Systeme eine nachhaltige Wirkung auf das Denken der Menschen.[11]
Ein erhebliches Problem in den gegenwärtigen internationalen Debatten über Fragen der Vergangenheit (soweit sie außerhalb des engeren wissenschaftlichen Zirkels geführt werden) besteht darin, dass in der wechselseitigen Wahrnehmung der westlichen und der östlichen Staaten eine gewisse Asymmetrie zu beobachten ist: Die westlichen Staaten Europas und die alte Bundesrepublik waren zu Zeiten des Kalten Krieges stark an den Vereinigten Staaten orientiert, während das östliche Europa ‚weit entfernt’ schien – dies bezog sich auch auf die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Eine Langzeitfolge dieser traditionellen Westorientierung ist, dass die in den östlichen Staaten Europas seit 1989 stattfindende Aufarbeitung der Vergangenheit bis heute infolge der Sprachbarrieren nicht in vollem Umfang zur Kenntnis genommen und in den politischen und Geschichtsdiskurs eingebracht wird. So ist beispielsweise die intensive Debatte, die in Polen in den neunziger Jahren in der Wissenschaft ebenso wie in den Medien über die Vertreibung und Zwangsaussiedlung der Deutschen geführt wurde, in Deutschland bis heute kaum in breiterer Form rezipiert worden. Umgekehrt wird jedoch die in westlichen Sprachen publizierte historische Fachliteratur in den östlichen Staaten intensiv aufgenommen und weiterentwickelt.
Ein Ausdruck der widerstreitenden und konkurrierenden Erinnerungen – und auch der Asymmetrie der Wahrnehmung – ist zum Beispiel eine 2002 veröffentlichte Stellungnahme des Tschechischen Historikerverbandes mit der Überschrift „Historiker gegen ständige Vergewaltigung der Geschichte“,[12] die umstrittene Themen der deutsch-tschechischen Geschichte des 20. Jahrhunderts aufgriff. Die in Deutschland kaum rezipierte Verlautbarung ist ein deutlicher Ausdruck der Sorge einer kleineren Nation, dass ihre leidvollen historischen Erfahrungen während des 20. Jahrhunderts sowie ihre historischen Leistungen – auch etwa bei einer Debatte über „Zwangsmigrationen in Europa“ – nicht angemessen gewürdigt werden könnten.
Vor dem Hintergrund der getrennten Erinnerungen der europäischen Nationen an die Geschichte des 20. Jahrhunderts, der nicht selten disparat verlaufenden medialen und politischen Debatten, der nationalen Unterschiede in der Interpretation wichtiger Ereignisse, widersprüchlicher Geschichtsbilder und „paralleler Realitäten“ in Europa besteht ein Bedarf an Foren, Initiativen und Einrichtungen, die in möglichst multilateraler Ausrichtung zwischen den unterschiedlich ausgerichteten Erinnerungsdiskursen vermitteln. Nur die Wahrnehmung der „Vielheit“ kann das gegenseitige Verständnis fördern und die Basis eines europäischen Bewusstseins stärken.
In einem 2008 veröffentlichten „Aufruf“ regte die „Internationale Gesellschaft Memorial“ (Moskau) die Einrichtung eines „Internationalen Geschichtsforums“ an, das den Diskurs fördern solle. Auch wenn dieser Vorschlag überwiegend auf Erinnerungsfragen im ehemaligen sowjetischen Machtbereich zielt, so haben der von „Memorial“ formulierte Befund und das darauf begründete Anliegen doch allgemeine Gültigkeit: „Nationale Unterschiede in der Interpretation wichtiger historischer Ereignisse sind natürlich und unvermeidlich. Man muss nur wissen, wie man sich zu diesen Unterschieden verhält. […] Es hat keinen Sinn, ‚fremde‘ Erinnerungen zu ignorieren, so zu tun, als gäbe es sie nicht. Es hat keinen Sinn, sie für unbegründet zu erklären […]“.[13]
Ebenfalls 2008 wurde von offizieller tschechischer Seite die Einrichtung einer internationalen „Plattform zur Erforschung der totalitären Vergangenheit“ in Europa angeregt. Die zu gründende Einrichtung (Museum oder Institut) sollte unter anderem die spezifischen Erfahrungen der neuen EU-Mitgliedstaaten in das „gemeinsame europäische Erbe“ einbringen, wissenschaftliche und didaktische Aufgaben übernehmen und koordinierende Funktionen erhalten. Dieser Vorschlag, der in mancherlei Hinsicht den Anliegen und Zielen des schon seit 2005 arbeitenden „Europäischen Netzwerks Erinnerung und Solidarität“ ähnlich war, wurde jedoch nicht weiter verfolgt.[14]
Heute besteht grundsätzlich Einigkeit darüber, dass einzelne geschichtliche Ereignisse in ihrer gesamten Komplexität für alle beteiligten, beziehungsweise betroffenen Seiten betrachtet werden müssen, dass der „Erinnerungsbedarf“ aller Seiten gleichberechtigt respektiert und in die Diskussion eingebracht werden muss und dass die Vergangenheit unter Berücksichtigung und Einbeziehung der Perspektive der Anderen zu betrachten ist. Das Wissen um die Besonderheit jedes Landes und seiner Erinnerungskultur ist die Voraussetzung dafür, dass neben dem vorhandenen Markt der Güter und Dienstleistungen ein gemeinsamer „europäischer Markt der Geschichte“ entsteht.[15] Das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität ist eine Initiative, die einer derartigen an Unterschieden und Gemeinsamkeiten orientierten multilateralen und dabei gemeinschaftlichen Geschichtsbetrachtung verpflichtet ist.
Prof. Matthias Weber (geb. 1961) - Historiker, Germanist. Seit 1999 ausserordentlicher Professor an der Universität Oldenburg. Seit Mai 2004 ist er Direktor im Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Mitglied des Steuerungsausschusses des Europäischen Netzwerkes Erinnerung und Solidarität.
1. Zitat aus Pierre Nora: Nachwort. In: Etienne François, Hagen Schulze (Hg.): Deutsche Erinnerungsorte, Bd. III. München 2001, S. 681-686, hier S. 686; vgl. auch die Beiträge in: Transit. Europäische Revue 38 (2010) zum Thema: „Vereintes Europa – geteilte Geschichte“.
2. So der Titel des großen Essays von Pomian, vgl. Krzysztof Pomian: Europa und seine Nationen. Aus dem Französischen von Matthias Wolf. Berlin 1990.
3. http://www.eurozine.com/articles/article-2009-08-24-pomian-de.html (letzter Zugriff 01.01.2010), abgedruckt in Transit. Europäische Revue 37 (2009); orig. mit dem Titel: De Europese identiteit. Een historisch feit en een politiek problem. In: Leonard Ornstein, Lo Breemer (Hg.): Paleis Europa. Grote Denkers over Europa. Amsterdam 2007, S. 29-54.
4. Etienne François: Geteilte Erinnerungsorte, europäische Erinnerungsorte. In: Robert Born, Adam S. Labuda, Beate Störtkuhl (Hg./Red.): Visuelle Erinnerungskulturen und Geschichtskonstruktionen in Deutschland und Polen 1800–1939/Wizualne konstrukcje historii i pamięci historycznej w Niemczech i w Polsce 1800–1939. Warszawa, Marburg (Das Gemeinsame Kulturerbe / Wspólne Dziedzictwo 5), S. 17-32, hier S. 26.
5. Exemplarisch für die kaum mehr zu überblickende Fülle an einschlägigen Publikationen seien genannt: Pierre Nora (Hg.): Les lieux de mémoire. Bde. 1–3. Paris 1984–1992; Mario Isnenghi (Hg.): Il luoghi della memoria. Simboli e miti Dell’Italia Unita. Rom, Paris 1996; Etienne François, Hagen Schulze (Hg.): Deutsche Erinnerungsorte. Bde. 1–3. München 2001; Pim den Boer, Willem Frijhoff (Red.): Lieux de mémoire: et identités nationales. La France et les Pays-Bas. Amsterdam 1993.
6. Zum derzeit laufenden Projekt „Deutsch-polnische Erinnerungsorte/Polsko-niemieckie miejsca pamięci“ unter Leitung von Robert Traba und Hans Henning Hahn, angesiedelt beim Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften vgl.
7. Vgl. Johannes Feichtinger: Europa, quo vadis? Zur Erfindung eines Kontinents zwischen transnationalem Anspruch und nationaler Wirklichkeit. In: Moritz Csáky, Johannes Feichtinger (Hg.): Europa – geeint durch Werte? Die europäische Wertedebatte auf dem Prüfstand der Geschichte. Bielefeld 2007, S. 19-43, hier S. 35; Beiträge österreichischer, tschechischer und slowakischer Autoren zur o. g. Thematik in: Moritz Csáky, Elena Mannová (Ed.): Collective Identities in Central Europe in Modern Times. Bratislava 1999; Krisztián Ungváry: Belastete Orte der Erinnerung. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 29-30 (2009), S. 26-33.
8. François: Geteilte Erinnerungsorte (Anm. 4), S. 17, 19.
9. Pomian: Europa und seine Nationen (Anm. 2), S. 141.
10. Vgl. „Editorial“. In: Transit. Europäische Revue 38 (2010), zum Themenheft „Vereintes Europa – geteilte Geschichte“.
11. Burkhard Olschowsky: Erinnerungslandschaft mit Brüchen. Das „Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität“ und die Traumata des alten Kontinents. In: Transit. Europäische Revue 35 (Sommer 2008), S. 23-48, hier S. 26.
12. Die Stellungnahme „Historikové proti znásilňování dějin. Stanowisko Sdružení historiků České republiky“, ist erschienen in: Příloha ke Zapravodaji Historického klubu 12, 2 (2001), S. 3-7; in polnischer Übersetzung in: Przegląd Historyczny 94 (2003), S. 59-63.
13. Der Aufruf trägt die Überschrift: „Nationale Geschichtsbilder. Das 20. Jahrhundert und der „Krieg der Erinnerungen. Ein Aufruf von Memorial“; abgedruckt in: Osteuropa 58 (2008), H. 6, S. 77-84, das Zitat S. 81; http.www.eurozine.com/articles/2008-12-05-memorial-de.html (letzter Zugriff 01.01.2010).
14. Zu der im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft Tschechiens begonnenen Initiative vgl. Mateusz Gniazdowski: Czeska propozycja utworzenia platformy ds. badań totalitarnej przeszłości Europy [Tschechischer Vorschlag einer Plattform der Erforschung der totalitären Vergangenheit Europas]. „Biuletyn” (Polski Instytut Spraw Międzynarodowych), nr 47 (515) z 26 września 2008 r., S. 1931f.; vgl. dazu: „Europas Gewissen und der Parlamentarismus - Entschließung des Europäischen Parlaments vom 02.04.2009 [...]. Az.: P6_TA(2009)0213;
15. Nora: Nachwort (Anm. 1), S. 685f.